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Indonesien? Was geht uns das an??

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Indonesien, das weitläufige Inselparadies im Indischen Ozean. Bekannt für seine traumhaften Sandstrände und üppigen Regenwälder mit einer weltweit einzigartigen Flora und Fauna. Ungebändigte Flüsse ziehen sich durch die Landschaft, grün und fruchtbar leuchten die Reisfelder. So stellt man sich das Land vor, dass mittlerweile eines der beliebtesten asiatischen Reiseziele ist.

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Aber auch das ist Indonesien.
Brennender Regenwald und kilometerlang gerodete Waldflächen für nur einen Zweck. Palmöl.

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Kilometer um Kilometer reiht sich auf der Insel Sumatra eine Ölpalme an die Nächste.

Die Palmfrüchte werden per Hand geerntet. Bis zu 50 Kilogramm ist so ein Bündel schwer. Die Früchte hinterlassen einen öligen Film auf den Fingern. Sie müssen innerhalb weniger Stunden vom Feld in die Fabrik gebracht und verarbeitet werden.

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Kein Land der Welt produziert so viel Palmöl wie Indonesien.

Fast die Hälfte des weltweiten Bedarfs wird hier hergestellt.
70 % davon gehen in den Export nach Europa.

Die Anbauflächen für das begehrte Pflanzenöl haben sich in den letzten Jahren verzehnfacht, mit verheerenden Auswirkungen.

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Jeder Kleinbauer, der früher von der Subsistenzwirtschaft gelebt hat, erzählt auf Sumatra die gleiche Geschichte.

Ihre Landwirtschaften liegen brach, die umliegenden Plantagenbesitzer haben sie im wahrsten Sinne des Wortes ausgetrocknet.

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Die Palmplantagen breiten sich aber nicht nur auf den landwirtschaftlichen Flächen der lokalen Bevölkerung aus.

Die größten Gebiete werden durch Rodung des Regenwaldes erschlossen.

Kaum ein Land vernichtet seine Wälder so schnell wie Indonesien.

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Und das, obwohl der Regenwald hier als einer der artenreichsten der Welt gilt.

Seltene Tier- und Pflanzenarten sterben aus und indigene Völker werden vertrieben.

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In Indonesien leben über hundert verschiedene, teils noch unbekannte indigene Völker.

Da sie kein tatsächliches Recht auf Land besitzen, werden sie immer weiter zurückgedrängt.

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Liljik ist ein Waldnomade vom Stamm der Suku Anak Dalam.

Er hat eigentlich keinen festen Wohnsitz und betreibt auch keine Landwirtschaft, trotzdem ist er von den Palmplantagen betroffen.

Sein Stamm lebt von der Jagd und von wilden Pflanzen, die sie im Wald sammeln.

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Seit 2005 brennt es hier in dieser Gegend jedes Jahr.

Im vergangenen Jahr war es besonders schlimm, weil die Trockenzeit so lange andauerte. Innerhalb von zwei Monaten wurden hier 1,8 Millionen Hektar Regenwald verbrannt.
Eine halbe Million Menschen musste wegen Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus und sogar der Flugverkehr über Sumatra wurde eingestellt.

Internationale Beobachter bezeichnen die Waldbrände im vergangenen Jahr als die bisher größte Ökokatastrophe des 21. Jahrhunderts.

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Regenwälder auf Torfmoorböden sind gigantische Kohlenstoffspeicher.

Werden sie trockengelegt oder in Brand gesetzt, entstehen tonnenweise Treibhausgase.
Die CO2 Emissionen Indonesiens übertreffen daher teilweise die der gesamten Industrie der Vereinigten Staaten und das hat Auswirkungen auf das Klima weltweit.

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12 Millionen Hektar Wald wurden bisher gerodet, um Platz für neue Plantagen zu schaffen.

Jeden Tag verliert der Indonesische Regenwald Flächen im Ausmaß von 300 Fußballfeldern.

Die ökologischen und sozialen Folgen sind katastrophal, doch ein Ende ist nicht in Sicht, denn Indonesien plant die Produktion von Palmöl bis 2030 sogar noch zu verdoppeln.

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Für Indonesien bedeutet Palmöl in erster Linie wirtschaftlichen Fortschritt.

Und so lange das weltweite Verlangen nach dem billigen Fett ungebremst bleibt, wird wohl weiter Wald gerodet, um noch mehr Palmen zu pflanzen.

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